» MITGLIEDER LOGIN Home Kontakt Impressum Forum Twitter Facebook



Ich bin hier: Home · Über Bruce Springsteen





Bruces Leben in der Zusammenfassung



Biographie

Bands

Weggefährten

Musikvideos

Literatur

Web-Tipps

Seit nunmehr 40 Jahren gilt Bruce Springsteen als "Rock & Roll Working Class Hero", der nichts von seiner Popularität eingebüßt hat und eine weltweite Fangemeinde hat, die ihresgleichen sucht. Er ist in all den Jahren seinen musikalischen und künstlerischen Idealen treu geblieben. Er gehört zweifelsohne zu den größten Songwritern der Rockgeschichte; seine Texte sowie deren musikalische Interpretation haben Millionen Menschen bewegt, und seine Live-Auftritte - vor allem mit seinen langjährigen Begleitern der E Street Band - sind legendär.













Bruce Springsteen, geb. am 23.September 1949, wächst in einem katholischen Elternhaus in Freehold, New Jersey, zusammen mit zwei jüngeren Schwestern in einfachen Verhältnissen auf. Vater Douglas, irisch-holländischer Herkunft, übt verschiedene Berufe aus, u.a. auch als Taxifahrer und Gefängniswärter. Bruce beschreibt ihn später als cholerisch, schroff, der wenig emotionalen Kontakt zu seinen Kindern herstellte. Seine Mutter Adele, italienischer Abstammung, bezeichnet er als warmherzig. Sie organisiert das Familienleben und arbeitet zusätzlich als Sekretärin, um das bescheidene Einkommen aufzubessern. Seinem Vater will Bruce auf keinen Fall gleichen; es gibt immer wieder heftige Auseinandersetzungen, auch wegen Bruces Musikgeschmack, wegen seiner langen Haare sowieso. "Es gab zwei Dinge, die bei uns unbeliebt waren. Das eine war ich und das andere meine Gitarre", erzählt er später über sein Zuhause. Dennoch übernimmt er die Werte seines Vaters aus der Arbeitswelt mit dem Misstrauen gegenüber Intellektuellen und Regierungsentscheidungen und seine Begeisterung für Autos, die später immer wieder in seinen Texten durchschimmert.

Im Alter von zehn Jahren beginnt Bruce Springsteens Begeisterung für Rockmusik, zunächst für Elvis Presley, dann auch für die Beatles und die Rolling Stones. Mit 13 entdeckt er die Rockmusik als Möglichkeit, seinem beengten Leben zu entfliehen. Mit unbändigem Willen übt er Gitarre, und ein Jahr später (1964) schließt er sich den Castiles an, die 1967 sogar einige Konzerte im berühmten Cafe Wha in New York City geben. Nach seiner Schulentlassung arbeitet er mit Earth, einem Trio, das im Cream-Stil spielt.

Noch als College-Schüler gründet er selbst eine Band aus örtlichen Musikern, darunter Drummer Vini "Mad Dog" Lopez, Keyboarder Danny Federici; sie heißt Child, später Steel Mill. Im Sommer 1969 spielen sie sogar Clubkonzerte in San Francisco, wo ihnen sogar ein Plattenvertrag angeboten wird, den sie aber ablehnen, weil ihnen der Vorschuss zu gering erscheint. Wieder im Osten, wird der Bassist von "Miami" Steve Van Zandt ersetzt, einem Freund von Springsteen. 1971 löst er Steel Mill auf und gründet Dr. Zoom and the Sonic Boom. Die Band tritt zwar nur dreimal auf, ihr gehören aber bereits die späteren Mitglieder der E Street Band Garry Tallent, David Sancious, Vini Lopez und Danny Federici an.

Im Sommer 1971 folgt die Bruce Springsteen Band mit Lopez, Federici, Van Zandt (Gitarre), Sancious (Piano und Gitarre), Garry Tallent (Bass) und einer vierköpfigen Bläsergruppe. Schon nach dem ersten Auftritt wird die Bläsergruppe entlassen, und der Saxofonist Clarence Clemons tritt der Band bei. Aber auch diese Gruppe bleibt nicht lange beisammen, aber mit den Mitgliedern diese Gruppe macht Springsteen weiter zusammen Musik.

Die Band, mit der Springsteen ab Oktober 1972 spielt und sein erstes Studio-Album "Greetings from Asbury Park, N.J." aufnimmt, trägt keinen Namen, wird aber als frühe E Street Band angesehen. Offiziell wird sie erst ab 1974 mit diesem Namen angekündigt, der sich auf die Adresse des früheren Keyboarders der Band, David Sancious, bezieht. Sein Manager Mike Appel will ihn eigentlich als Folk-Musiker im Stile Bob Dylans herausbringen, doch Springsteen will nicht ohne seine Band spielen. Sein erstes Album wird als Rockplatte mit Folk-Einflüssen angesehen, die bereits deutlich das erzählerische Talent des Mannes aus New Jersey zeigt. Obgleich von den Kritikern gelobt, ist das Album ebenso wie das im selben Jahr folgende "The Wild, The Innocent & The E Street Shuffle" ein kommerzieller Flop. Heute gilt das zweite Werk sowohl musikalisch als auch textlich bei vielen Kritikern als eine der besten Platten Springsteen.

Der Springsteen dieser "frühen Jahre" wird von Zeitzeugen als eine Person beschrieben, die einerseits umtriebig und von fast manischem Arbeitseifer geprägt, andererseits schüchtern und in geschäftlichen Dingen naiv ist, aber auf der Bühne auftaut und Führungsqualitäten zeigt. Den Spitznamen "The Boss" erhält er, da er seine Band nach den gemeinsamen Auftritten noch in bar ausbezahlt.

1974 schreibt ein Musikkritiker namens Jon Landau nach einem Konzert im Rolling Stone: "Ich habe die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen, ihr Name ist Bruce Springsteen. "Diese Worte avancieren zu einem der berühmtesten Zitate der Rockgeschichte ...










Alle wissen: Mit dem 3. Album muss der Durchbruch kommen, denn die Plattenfirma will Erfolge sehen. Auch Springsteen selbst setzt sich stark unter Druck: Er hat vor, die "beste Rockplatte der Welt" zu machen.

Und der kommerzielle Durchbruch gelingt tatsächlich, im Herbst 1975 mit dem Album "Born To Run", das unter die Top Five der Hitliste kommt. Der Titelsong Born To Run erreicht die Top 20. Das Album ist aufwändig produziert: Zusätzlich zur üblichen Rockbesetzung werden Klavier, E-Piano, Glockenspiel, Cembalo, Saxofon, Trompete, Flügelhorn und Hammond-Orgel eingesetzt, wodurch der sehr dichte und volle Sound gelingt, der an Phil Spectors "Wall of Sound" erinnert. Max Weinberg und Roy Bittan spielen jetzt Schlagzeug beziehungsweise Klavier.

Die Texte der Songs treffen den Nerv vieler Menschen, denn mit den Charakteren in ihnen können sie sich identifizieren: Springsteen singt von der Einsamkeit, gestrandeten Persönlichkeiten, Kämpfen in dunklen Ecken ("struggle in dark corners" in Jungleland), von Enttäuschungen, von "broken heroes" (Tenth Avenue Freeze-Out). Aber es gibt immer wieder die Möglichkeit, der Enttäuschung zu entfliehen, den Glauben an einen Neubeginn, nicht aufzugeben und seinen Idealen treu zu bleiben.

Über ein Jahr haben Springsteen und seine Musiker hart im Studio, teilweise bis zur Erschöpfung gearbeitet, viele Arrangements ausprobiert, und als Springsteen an einem Punkt angelangt ist, wo er nicht mehr weiterweiß, schaltet sich Jon Landau ein und öffnet seinen Blick für andere Vorgehensweisen. Dabei kommt es auch zu Spannungen zwischen Landau und Springsteens Manager und Produzent Mike Appel. Landau wird später Springsteens Freund und Manager. Die intensive Verbindung dauert noch heute an. Einen Tag nach Vollendung des Albums geht Springsteen Ende Juli 1975 mit seiner Band auf die Born To Run Tour, zum ersten Mal durch die gesamten USA und auch nach Europa. Das berühmte London-Konzert gibt es auf DVD, herausgegeben zum 30-jährigen Bestehen des Albums: Bruce Springsteen & The E Street Band, Hammersmith Odeon, London 1975. Die preisgekrönte Dokumentation "Wings For Wheels" (Bonus DVD des Box-Sets) gibt Einblicke in die Arbeit am Album; Bandmitglieder, Tontechniker, Manager und Springsteen selbst kommen ausführlich zu Wort.

Aufgrund des Erfolges des Albums kommt Springsteen in der gleichen Woche sowohl auf den Titelseiten der Magazine Time und Newsweek - ein neuer Star ist geboren.

Ein Rechtsstreit mit seinem Manager Appel, der ihn zwar entdeckt und gefördert hatte, den jungen Bruce aber zu einem geschäftlich äußerst nachteiligen Vertrag überredet hat, hindert Springsteen weitgehend daran, seine kreative Arbeit fortzusetzen. Erst nach einer außergerichtlichen Einigung, die Springsteen die Rechte an seinen Songs sichert, Landau zum Produzenten macht und Appel eine Abfindung zusichert, geht es künstlerisch weiter.

Erst 1978 erscheint sein viertes Album "Darkness On The Edge Of Town", das nicht wenige heute noch als sein musikalisch bestes ansehen. Auf diesem Album wird das Prinzip des "Wall of Sound" nicht mehr verwendet. Die Stücke sind einfacher strukturiert und die einzelnen Instrumente deutlicher voneinander abgehoben. Seine Musik entwickelt sich auf dieser und den folgenden Platten in Richtung eines einfachen und kraftvollen Rocksounds. War Born to Run noch von einer euphorischen Aufbruchsstimmung geprägt, so ist Darkness deutlich pessimistischer, was sich schon im Titel der Platte zeigt. Die Texte spiegeln auch ein wenig die Probleme wider, in denen sich Springsteen in den vorhergehenden Jahren befand.

1978 kommt es zu einer Zusammenarbeit mit Patti Smith, die mit der Springsteen-Komposition Because The Night einen Hit landet. Im Jahr 1979 beteiligt sich Bruce Springsteen an dem Konzert No Nukes, bei dem er sich mit anderen Künstlern gegen die Nutzung von Atomkraft einsetzt.

Das Doppelalbum "The River" aus dem Jahre 1980 zeigt Springsteens musikalische Fähigkeiten in ihrer ganzen Bandbreite, von der Ballade - wie im Titelsong, der mit akustischer Gitarre und Mundharmonika beginnt, zu der im Refrain Klavier, Schlagzeug und Bass treten - bis zum Rocker. Mit Hungry Heart enthält das Album zudem seinen ersten Top-Ten-Hit, durch den er in Europa einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird. Die anschließende Tour führt ihn 1981 erstmals auch nach Deutschland, wo er in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg vor ausverkauften Häusern spielt.










Statt an den Erfolg von "The River" anzuknüpfen, sorgt Springsteen mit der Veröffentlichung seines nächsten Albums "Nebraska" für eine Überraschung. Nur von Gitarre und Mundharmonika begleitet, singt er Songs von einer düsteren Atmosphäre mit Geschichten über Außenseiter der US-amerikanischen Gesellschaft. Nach mehreren vergeblichen Arrangement-Versuchen, die Songs mit seiner E Street Band aufzunehmen, entscheidet er sich als eine Art Notlösung, seine zu Hause auf einem Vierspur-Tonbandgerät aufgenommenen Demoversionen mit ihrem ungeschliffenen Sound auf Platte zu veröffentlichen. Im Vergleich zu "The River" ist dem Album kein kommerzieller Erfolg beschieden. Viele Fans lieben dieses Werk mit seinen intimen, eindringlichen Liedern, die auch etwas depressiv wirken. Zahlreiche Kritiker halten es für eines seiner besten Alben.










Endgültig zum Superstar wird Springsteen mit "Born in the U.S.A". (1984). Das Album hat sieben Single-Auskopplungen, alles Top-Ten-Hits in den USA.

Die Songs sind im Vergleich zu den Vorgänger-Alben einfacher aufgebaut, d.h. auf das Wesentliche reduziert. Sie sind geprägt von den üblichen Rock-Riffs der Gitarre oder der Keyboards sowie eingängigen "Mitsing-Refrains", beispielsweise im Titelsong Born in the U.S.A. oder in Glory Days.

Das Jahr 1984 bringt aber auch einschneidende Veränderungen für Springsteen mit sich: Steve van Zandt, Weggefährte von Anfang an, verlässt die E Street Band nach Abschluss der Arbeiten für eine Solokarriere. Als Ersatz wird für die Tour Nils Lofgren verpflichtet. Als weitere Veränderung gibt es erstmals eine Backgroundsängerin auf der Bühne: Patti Scialfa. Born in the U.S.A. ist mit über 15 Millionen eine der meistverkauften Platten der Rockgeschichte. Es folgt eine Welttour, die ihn im Juni 1985 auch wieder für zwei große Konzerte im Frankfurter Waldstadion und im Münchener Olympiastadion nach Deutschland führt. Der Titelsong wird nicht nur in den USA vielfach als patriotische Hymne missverstanden, da man mehr auf den mitreißenden Refrain als auf den sozialkritischen Text achtet. Ronald Reagan will das Lied für Wahlkampfzwecke benutzen, was Springsteen aber unterbindet.
Im Mai 1985 heiratet Springsteen die Schauspielerin Julianne Phillips, die er erst wenige Monate zuvor in Los Angeles kennengelernt hat.

Springsteen stand jahrelang Veröffentlichung von Konzertmitschnitten kritisch, wenn nicht ablehnend gegenüber, weil er fürchtete, die Atmosphäre seiner Konzerte könne nicht auf Plattenaufnahmen vermittelt werden. Doch er ändert seine Meinung. Unter dem Titel "Live/1975-85" erscheint im November 1986 eine Sammlung von 40 Songs auf fünf LPs beziehungsweise drei CDs. Das Set erhält glänzende Kritiken und avanciert zu einem der erfolgreichsten Livealben der Rockgeschichte. Bootlegs anderer Auftritte sind bei Fans begehrte Sammlerobjekte und kursieren unter diesen in großer Zahl.

Im Jahre 1987 erscheint das Album "Tunnel Of Love". Die Songs sind ruhiger, klingen "verhaltener", gehen mehr in Richtung von modern klingender Popmusik; die Drums sind nicht mehr ganz so wuchtig wie beim Vorgängeralbum. Mit fast vierzig präsentierte sich Springsteen optisch wie inhaltlich gereift. Die sehr ambivalenten, von Liebe, Ehe und Alltag handelnden Songs lassen erste Zweifel aufkommen, ob in seiner Ehe alles zum Besten steht, jedenfalls sind die Songs keine Liebeserklärung. Das Album, von Kritikern gelobt, wird ein großer Hit, auch wenn es die Verkaufszahlen von Born In the U.S.A. nicht erreicht. 1988 geht Springsteen mit seiner Band, verstärkt durch die Bläsergruppe der "Miami Horns", auf eine Welttour. Am 19. Juli 1988 spielt Bruce Springsteen auf der Radrennbahn Weissensee in Ostberlin sein erstes Konzert im Ostblock. Die 160.000 Zuschauer bilden bis heute die größte Kulisse in einem Springsteen-Konzert. In seiner auf Deutsch gehaltenen Ansprache an das Publikum gibt sich der Rockstar zurückhaltend und deutlich zugleich: "Ich bin nicht hier für oder gegen irgendeine Regierung. Ich bin gekommen, um Rock'n'Roll zu spielen für euch Ostberliner in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden."

Im September und Oktober 1988 geht Springsteen zusammen mit anderen Künstlern, Sting, Peter Gabriel und Tracy Chapman, auf eine Benefiztournee zugunsten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Bei der Aufnahme Bob Dylans in die Rock and Roll Hall of Fame im gleichen Jahr hält Bruce Springsteen die Laudatio.

Schon während der Tour sind Gerüchte aufgekommen, dass Springsteen mit seiner Backgroundsängerin Patti Scialfa ein Verhältnis habe. 1988 reicht Julianne Phillips schließlich die Scheidung ein, die im März 1989 vollzogen wird. Am 25. Juli 1990 kommt in Los Angeles Springsteens und Scialfas erster Sohn Evan James zur Welt. Am 8. Juni 1991 heiraten Springsteen und Patti Scialfa. Am 30. Dezember 1991 wird ihre Tochter Jessica Rae geboren, 1994 folgt noch Sam Ryan.










Im Herbst 1989 ruft Bruce Springsteen alle Bandmitglieder an und erklärt ihnen, dass er zukünftige Projekte ohne die E Street Band plane. Entgegen vieler Medienberichte hat er die Band jedoch nie offiziell aufgelöst. Wie sich später herausstellt, sind die Bandmitglieder schon sehr überrascht, Clarence Clemons ist geschockt.

1992 folgen zwei gleichzeitig veröffentlichte Alben im, "Human Touch" und "Lucky Town", die Springsteen mit verschiedenen weltbekannten Musikern der Session-Szene von Los Angeles, wie dem Schlagzeuger Jeff Porcaro von Toto, dem Trompeter Mark Isham und den Sängern Bobby King und Sam Moore einspielt, welche ihn auch auf der anschließenden Welttour begleiten.
Die beiden Alben werden wegen ihrer "zu kommerziellen Ausrichtung" von eingefleischten Springsteen-Fans als musikalischer Tiefpunkt seiner Karriere gewertet. Der Sänger selbst erklärt beide Alben als grundsätzlich eigenständig und unterschiedlich, was glaubhaft erscheint, zumal gerade Lucky Town sehr selbstkritische und persönliche Texte enthält, die auf Human Touch fehlen. Die Verkaufszahlen der beiden vorhergehenden Alben werden deutlich nicht erreicht.

Im November 1992 gibt Springsteen in Los Angeles ein Konzert in der Reihe MTV Unplugged, in dem er nur den Starter Red Headed Woman unplugged spielte. Das Album erhielt den Titel "In Concert / MTV (Un)plugged".

1994 schreibt Bruce Springsteen den Titelsong "Streets of Philadelphia" für den Film "Philadelphia", der das Leben und Leiden eines Aidskranken (gespielt von Tom Hanks) beinhaltet. Der Song wird ein Riesenerfolg und im gleichen Jahr als bester Soundtrack mit dem Oscar und zusätzlich mit dem Golden Globe und vier Grammys bedacht.
Weitere Springsteen-Songs haben bisher ihren Weg in Kino-Soundtracks gefunden. Für den Titelsong zum Todesstrafen-Drama "Dead Man Walking" wurde Springsteen zum zweiten Mal für den Oscar nominiert. Zuletzt schrieb Springsteen The Wrestler, den Titelsong zu dem gleichnamigen Kinofilm mit Mickey Rourke.

Im Jahre 1995 erscheint sein zweites Solo-Album "The Ghost of Tom Joad", inspiriert von der gleichnamigen Figur aus John Steinbecks Roman Früchte des Zorns. Hier überträgt er das von Steinbeck beschriebene Schicksal der vor ökonomischen und klimatischen Katastrophen fliehenden Wirtschaftsflüchtlinge während der Depressionszeit mit dem Schicksal der lateinamerikanischen Immigranten in den heutigen USA. Das Album hat eine schmale Zielgruppe, erreicht aber Goldstatus und wird von der Kritik sehr gelobt. Springsteen spielt fast alle Instrumente selbst. Akustische Gitarre und Mundharmonika dominieren. Er präsentiert das Album mit einer Solo-Tour.

Im Januar 1995 bringt er nach über sechs Jahren die E Street Band wieder im Studio zusammen, um eine "Greatest Hits"-Sammlung herauszubringen. Die Sessions werden gefilmt, woraus die DVD "Blood Brothers" entsteht.
Im Juli 1995 macht Bruce Springsteen einen Abstecher nach Berlin, wo er ein Video zu Hungry Heart aufnimmt, das erste außerhalb der Vereinigten Staaten gedrehte Video. Der Trip endet mit einer Jam-Session in Berlins Cafe Eckstein, zusammen mit seinem Freund Wolfgang Niedecken, den er anlässlich eines Interviews zu "Greatest Hits" kennengelernt hat.










Im November 1998 erscheint Tracks, ein Vier-CD-Set mit zahlreichen Aufnahmen aus Springsteens Gesamtwerk, von denen die meisten bis dahin offiziell nicht erschienen sind, beispielsweise die Urversion von Born in the U.S.A., die klanglich sehr viel näher am Nebraska-Album liegt. Springsteen entschließt sich, mit der E Street Band wieder auf Tour zu gehen. Sie feiern ein grandioses Comeback mit 132 Konzerten. Von April bis Juni 1999 spielen sie zunächst in großen Hallen und Stadien in Europa, bevor im Juli 1999 eine ausgedehnte US-Tour beginnt, die (mit Unterbrechungen) fast ein Jahr dauert und mit einer Serie von zehn Konzerten im New Yorker Madison Square Garden endet. Die DVD "Live in New York City", ein Zusammenschnitt der beiden letzten Konzerte, gibt ein beredtes Zeugnis ab von den unnachahmlichen Live-Qualitäten des mittlerweile 52-jährigen Rockers und seiner äußerst spielfreudigen E Street Band. Der Band, besonders Clarence Clemons, ist die Freude an der "Wiedervereinigung" deutlich anzumerken.

Mit dem Song American Skin (41 Shots), der auch auf der DVD enthalten ist, thematisiert Springsteen den Fall des schwarzen Amerikaners Amadou Diallo, der im Jahr zuvor Opfer eines Zwischenfalls mit der New Yorker Polizei geworden ist. Vier weiße Polizisten hatten bei einer nächtlichen Polizeikontrolle auf den ebenso unbescholtenen wie unbewaffneten Diallo insgesamt 41 Schüsse abgegeben, von denen ihn 19 trafen und töteten. Der durch Springsteens Lied publik gemachte Fall löst in den USA eine heftige Kontroverse über rassistisch motivierte Übergriffe der Polizei aus. New Yorker Polizeibeamte initiieren daraufhin eine Boykott-Kampagne gegen Springsteen, die ihm jedoch nicht schadet.










Im Juli 2002 erscheint das Album "The Rising", das unter dem Eindruck der Ereignisse des 11. September 2001 entstanden ist. Die Kritik ist zunächst gespalten; der Ton der Rezensenten wendet sich aber bald ins Positive. Unter anderem Der Spiegel und Die Zeit veröffentlichen positive Besprechungen. Die Zeit scheibt: "Nur Bruce Springsteen hat noch Töne."
Auf The Rising werden zusätzlich die im Rock eher unüblichen Instrumente Violoncello und Violine eingesetzt. Asif Ali Khan und seine Gruppe steuern arabische Klänge bei. Springsteen erhält für das Album drei Grammys, davon einen in der Kategorie "Bestes Rockalbum des Jahres". The Rising ist eine vordergründig unpolitische Reflexion der Gefühlslage nach den Anschlägen vom 11. September 2001, eine Hommage an die vielen zivilen Opfer, heldenhafte Helfer und umgekommenen Feuerwehrleute. Die Resonanz in der Musikwelt ist überwältigend, und das amerikanische Time-Magazin titelt: "Bruce Springsteen - Reborn in the USA."

Beflügelt vom Erfolg der Reunion Tour, entschließt sich Bruce Springsteen erneut für eine ausgedehnte Tour (2002/03), diesmal durch Europa, Australien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten. Schon während dieser Tour wird Springsteen deutlich politischer. Er kritisiert offen George W. Bush wegen des Irakkrieges und setzt sich im Herbst 2004 gemeinsam mit anderen Bands wie R.E.M., John Mellencamp, Pearl Jam und Bright Eyes mit der "Vote for change-Tour" für die Wahl John Kerrys zum US-Präsidenten ein.
Auch von dieser Tour erscheint eine DVD, zum ersten Mal der Mitschnitt eines kompletten Konzertes, "Live in Barcelona".










Bruce Springsteen denkt nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Im April 2005 erscheint sein Soloalbum "Devils & Dust", das von der Kritik sehr positiv aufgenommen wird, Teile der Fangemeinde ebenso wie das zehn Jahre zuvor erschienene The Ghost of Tom Joad weniger zufriedenstellt. Das eher ruhige Album besteht etwa zur Hälfte aus Songs, die sich über die Jahre angesammelt, aber seiner Meinung nach nicht auf Veröffentlichungen wie The Rising gepasst hätten. Der Titelsong Devils & Dust ist unter den Eindrücken des Irakkrieges entstanden.
Die folgende Welttournee, die ihn mit fünf Konzerten auch nach Deutschland führt, bestreitet er ohne Band, allein mit akustischer Gitarre, Mundharmonika, Klavier und Harmonium, in der ruhigen Atmosphäre des Albums. Die Kritiken sind äußerst positiv. Die Mehrzahl der Fans ist begeistert, obwohl die als übertrieben hoch empfundenen Ticketpreise von bis zu knapp 100 € für einige Verstimmung sorgen.

Einen Rückgriff auf die Folk-Wurzeln, die Springsteen immer beeinflusst haben, stellt das im April 2006 erschienene Album "We Shall Overcome - The Seeger Sessions" dar, das sich auf den 1919 geborenen Folk-Musiker Pete Seeger bezieht, der zahlreiche traditionelle Folkstücke aufgenommen und für folgende Generationen archiviert hat.
Zusammen mit Musikern aus New York City, die er u.a. durch die E Street-Violinistin Soozie Tyrell kennengelernt hat, nimmt er spontan 2005 und 2006 in nur drei eintägigen Aufnahmesessions im Wohnzimmer und Flur seines Farmhauses ein Album mit alten Folknummern und Traditionals auf, die durch Seeger bekannt geworden waren. Ein Lied allerdings stammt von Springsteen selbst, das Einwandererlied American Land. Das Album wird live mit vorwiegend akustischen Instrumenten (Banjo, Fiddles, Gitarren, Bläser, Waschbrett, etc.) eingespielt und wirkt dadurch lebhaft und natürlich. Auf der beiliegenden DVD sind die Aufnahmesessions als Film zu sehen. Die CD wird von der Kritik gelobt und ist auch kommerziell erfolgreich.

Springsteen präsentiert das Album mit einer 17-köpfigen Band live. Nur Ehefrau Patti und die Violinistin Soozie Tyrell sind von der E Street Band dabei. Der offizielle Tourstart ist beim Jazzfest in New Orleans. Sein einziges Deutschland-Konzert im ersten Teil der Tour findet im Mai 2006 in der Festhalle Frankfurt statt. Das Programm besteht hauptsächlich aus den Seeger-Stücken, enthält aber auch umarrangierte Stücke aus dem eigenen Repertoire im Set, wie zum Beispiel You Can Look (But You Better Not Touch), Cadillac Ranch, Atlantic City, Further On (Up The Road), If I Should Fall Behind.
Während der Fortsetzung der Europatournee mit der Sessions Band im Herbst tritt Springsteen in der Color Line Arena in Hamburg und in der Kölnarena auf. Beide Konzerte sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Die drei Abschlusskonzerte in Dublin werden aufgezeichnet und im Zusammenschnitt als CD Live in Dublin und DVD "Live in Dublin" herausgebracht.

Im Sommer 2005 erhält der Fan eine weitere Live-DVD, "VH1 Storytellers". Springsteen spielt vor einem kleinen Auditorium im "Two Rivers Theatre", Red Bank, N.J., acht ausgewählte Songs, erzählt über die Hintergründe und Bedeutung dieser Lieder und beantwortet Zuschauerfragen.

Anlässlich des 30. Geburtstages von "Born To Run" erscheint im November 2005 die "Born To Run Anniversary Box" mit einer digital überarbeiteten Version des Albums und einer bisher unveröffentlichten Aufnahme des ersten europäischen Konzertes 1975 in London. Die DVD "Hammersmith Odeon, London '75" ist ein lebhaftes Dokument, das die unnachahmliche Spielfreude Springsteens und seiner Band zeigt. Dabei ist außerdem ein Dokumentalfilm über die Entstehungsgeschichte seines berühmten Albums, "Wings For Wheels".










Nach einer kurzen Erholungspause trommelt Bruce Springsteen 2007 wieder seine alten Weggefährten der E Street Band zusammen und spielt mit ihnen das Album "Magic" ein, das im September erscheint. Es ist das erste Album mit "seiner" Band seit "The Rising" im Jahre 2002 und eine Rückkehr zur gitarrenlastigen Rockmusik. Musikalisch und textlich knüpft Springsteen an das erste Jahrzehnt seiner Karriere an. Einsamkeit, Sehnsucht und die Suche nach Erlösung stehen im Vordergrund. "Magic" wird ein sensationeller Erfolg und klettert nicht nur in Amerika, sondern auch in vielen europäischen Ländern auf Platz 1 der Charts; das Album erhält zwei Grammys. Es enthält elf auf dem Cover dokumentierte Lieder sowie ein zwölftes Stück, Terry's Song, das Springsteens verstorbenem ehemaligen Leibwächter, Assistenten und Freund, Terry Magovern, gewidmet ist.
Während der Welttour 2007/08 müssen Springsteen und seine Band einen schweren Schlag hinnehmen: Danny Federici, einer der Gründungsmitglieder der E Street Band, verstirbt am 17. März 2008 nach dreijähriger Krebserkrankung. Nach kurzer Unterbrechung geht die Tour weiter. Charles Giordano, der bereits in der Seeger Sessions Band mitgewirkt hat, übernimmt Dannys Part an der Orgel und am Akkordeon.
Während dieser Tour gab es in Deutschland zwei Hallenkonzerte (Dezember 2007 in Mannheim und Köln) und zwei Stadienkonzerte (Juni 2008 in Düsseldorf und Hamburg).

Nach dem Ende der Magic Tour zieht sich Springsteen ins Studio zurück, um neues Material einzuspielen. Auf seiner Website erklärt Springsteen, dass es "den Schwung der "Magic"-Sessions aufnehme." Während eines Wahlkampftermins für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama gibt der "Boss" einen neuen Song mit dem Titel Working On A Dream zum Besten. Im Januar 2008 veröffentlicht Springsteen das neue Studioalbum "Working On A Dream". Auf dem Album ist als Bonustrack der Titelsong The Wrestler für den gleichnamigen Film zu finden. Springsteen gewinnt den Critics Choice Award sowie seinen zweiten Golden Globe für den "Best Original Song".

Das Album "Working On A Dream" schießt schnell an die Spitze internationaler Charts. In den USA, in England und Deutschland gelingt Bruce Springsteen der Sprung auf Platz eins der Verkaufs-Hitliste. Nach Born In The USA (1984), Greatest Hits (1995), The Rising (2002) und Devils & Dust (2005) ist dies seine insgesamt fünfte Nummer-eins-Platzierung in Deutschland.
Im Rahmen einer Welttournee 2009 spielen Bruce Springsteen und die E Street Band unter anderem in den Stadien von Wien, München, Frankfurt und Bern. Das Konzert im Londoner Hyde Park wird 2010 auf DVD und Bluray veröffentlicht, es trägt den Titel "London Calling - Live in Hyde Park".
Im Februar 2009 bestreiten Bruce Springsteen und die E Street Band in Tampa, Florida, sehr erfolgreich die Halftime-Show beim Superbowl, dem größten Sportereignis der USA.

Am 18. Juni 2011 muss Springsteen einen weiteren, besonders schweren Verlust hinnehmen. Ikone der E Street Band, Saxofonist, langjähriger Wegbegleiter und Freund von Bruce, Clarence Clemons, stirbt nach einem Schlaganfall. Und nicht wenige Fans glauben an das Ende der Band. Aber dem ist nicht so. Auf seiner Homepage schreibt Springsteen am Ende seines Nachrufs: "Sein Leben, die Erinnerung an ihn und seine Liebe werden in dieser Geschichte und in unserer Band weiterleben."
Ein neues Album mit dem Titel "Wrecking Ball" erscheint Anfang März 2012 und ist Clarence Clemons gewidmet. Anders als bei dem optimistischen Vorgängeralbum "Working on an Dream" geht es diesmal mit deutlich kritischerem Unterton um die Reflexion der US-Wirtschaftskrise und Kritik am Bankensystem. Die erste Single-Auskopplung des Albums, We Take Care Of Our Own, wurde passend dazu schnell zu einer Art Hymne der Occupy Wall Street-Bewegung. Das Album erhält fast ausnahmslos gute Kritiken.
Musikalisch ist Bruce Springsteen sehr innovativ. Insgesamt vereint er auf "Wrecking Ball" Stile seiner Alben seit "The Rising". Man hört deutlich Ähnlichkeiten zu den Seeger Sessions. Viele Songs, vor allem in der ersten Hälfte des Albums, sind sehr folklastig, was nicht jedem gefallen mag. Gleichzeitig gibt es aber auch Songs, die gut auf "Devils and Dust" und "The Rising" gepasst hätten. Mit dem Song "Rocky Ground" betritt Springsteen Neuland: Hip-Hop-Sounds, Rap und Gospelchöre sind darin enthalten, unterlegt von einer Ohrwurmmelodie. Was die Live-Umsetzung für die "Wrecking Ball"-Welttour betrifft, ergänzt der "Boss" die Band mit einer fünfköpfigen Bläsergruppe, drei Backgroundsängern und einem Percussionisten. Der Neffe von Clarence Clemons, Jake Clemons, Saxofonist, spielt als Teil der "E Street Horns" die Saxofon-Soli seines verstorbenen Onkels und erntet viel Lob von allen Seiten.
Springsteen und die E Street Band spielen erneut zahlreiche Konzerte in Europa, darunter Frankfurt, Köln und Berlin im Jahre 2012. Die letzte Station des ersten Europa-Legs der Tour ist Helsinki, wo sie mit 4 Stunden und 6 Minuten das längste Konzert der Bandgeschichte spielen.
Die äußerst erfolgreiche Tour wird 2013 fortgesetzt, beginnend mit zehn Shows in Australien. In Deutschland machen Bruce Springsteen und Band Station in München, Hannover, Mönchen-Gladbach und Leipzig.
Es deutet sich an, dass diese die bisher erfolgreichste Tour in Bruce Springsteens Karriere wird.

Die äußerst erfolgreiche Tour wurde 2013 fortgesetzt, beginnend mit zehn Shows in Australien und in Europa mit einer Doppelshow in Oslo. In Deutschland machten Bruce Springsteen und Band Station in München, Hannover, Mönchengladbach und Leipzig. Er spielte diesmal neben den üblichen großen Städten (Stockholm, Mailand, Rom, Paris, London) in kleineren Orten, u.a. in Turku, Padua, Cardiff, Leeds, Cork, Kilkenny (Tourabschluss in Europa).
Seit langer Zeit tourte Bruce auch wieder in Südamerika, wo er vier Konzerte gab. Die Wrecking Ball Tour endete offiziell am 21. September beim Festival "Rock in Rio" in Rio de Janeiro. Für 2014 (ab 26. Januar) stehen neue Konzerttermine fest, und zwar in Australien, Neuseeland und Südafrika. Bruce hat Rehearsals eingeplant, was darauf schließen lässt, dass Songs aus einem neuen Album geprobt werden.



von Rüdiger Uetzmann








Twitter Facebook